«Gute Architektur kostengünstig umgesetzt – meine Passion!»
Franziska Koch
dipl. Architektin FH
«Für gute Architektur muss man das Handwerk verstehen.»
Dani Minder
Hochbauzeichner
«mit Freude für Sie da ...»
Martin Jäger
dipl. Architekt ETH/SIA/FSAI
«Es ist wie beim Puzzle; erst das letzte Teil ergibt das grosse ganze!»
Susanne Ambühl
eidg. dipl. Bauleiterin
«Lebensraum gestalten – ein Traumjob!»
Hardi Bisig
dipl. Architekt FH
«Vertrauen ist das Fundament einer erfolgreichen Zusammenarbeit!»
Sebastian Kutschki
Dipl.–Ing. Architektur
«Ihre Baustelle habe ich im Griff!»
Marta Waser
Hochbauzeichnerin und Bauleiterin
«Jägeregli – das ist Architektur pur!»
Hansjürg Egli
dipl. Architekt HBK/SIA/FSAI
«Ihre Gedanken gestalten und realisieren wir im Team!»
Amir Hotic
eidg. dipl. Techniker HF Hochbau
«Eine schöne Fassade ist nicht genug!»
Stefan Christen
dipl. Architekt FH

Höhere Fachschule Gesundheit HFGZ, Luzern

Situation / Städtebau

Der Neubau HFGZ nimmt in der Flucht der Spitalstrasse bezüglich Laborgebäude und weiteren Spitalbauten, wie Wohnheim und Parking, eine bedeutende Position ein. Vom Spital her kommend tritt das Gebäude als wichtige Wegmarke in Erscheinung. Das prägnante Objekt der neuen Schule positioniert sich selbstbewusst, schliesst die vorhandene Lücke und schafft in Verbindung mit dem Parkhaus ein übergeordnetes Element. Das leicht angehobene und zurückgesetzte Eingangsgeschoss definiert einen prominenten, den Besucher empfangenden Ort. Der zusätzlich mit dem Aussenbereich der Cafeteria aufgewertete Vorraum schafft Identität und Lebendigkeit und verbindet das Leben in der Hochschule mit der Aussenwelt.

Architektur

Streng formulierte, locker aufeinandergestapelte Geschosse wiederspiegeln die gleichwertig und austauschbar definierte Nutzung im Innern des Objektes. Grün eingefärbte, horizontal gerillte Betonelemente wechseln sich mit fassadenbüdigen durchgehenden Schallschutzverglasungen ab. Sie formulieren so im einzelnen Geschossschichten, welche -Büchern gleich- in der Eile knapp passend aufeinandergestapelt sind. Die umlaufend durchgehenden Schichten lassen ein variables und veränderbares Innenraumkonzept zu. Die Obergeschosse folgen den baugesetzlich vorgegebenen Ausmassen und stellen durch ihre Rücksprünge verschiedenartige Freiräume auf den entstehenden Terrassen zur Verfügung. Im Inneren schliesst ein zentraler Lichthof (espace lumière) alle Geschosse und offene Arbeitsräume zusammen. Der Lichthof, die natürlich belichteten Treppenhäuser und die durchgängigen Fensterbänder tragen zu optimalen Tageslichtverhältnissen, angenehmen Arbeitsplätzen und der Orientierung bei.

Nutzungen

Der Besucher erreicht die gedeckte Eingangszone über die Zugangstreppe oder Rampe. Die Zone dient gleichzeitig der Ankunft, als Treffpunkt und Aussenraum der Cafeteria. Anschliessend bietet die teilweise 2-geschossige Foyerhalle in Kombination mit der seitlich angeordneten Cafeteria Raum für Ankunft, offener Austausch zwischen Studierenden, Mitarbeitenden und Besuchern, Infoveranstaltungen und öffentliche Anlässe. Die zentral angelegte Sitztreppe erschliesst einerseits die Laborräume im Sockelgeschoss, anderseits erweitert sie die multifunktionale Fläche der Eingangszone. Die Obergeschosse sind nutzungsneutral und lassen aufgrund der freien Unterteilbarkeit verschiedene Schulraumkonstellationen zu. Die Vewaltungsabteilungen im Nordtrakt sind mit den Schulzonen verbunden, jedoch räumlich und nutzungstechnisch getrennt. Der zentrale Lichthof (espace lumière) verbindet alle Geschosse und erzeugt so ein Image des gemeinsamen Lernens. Die an den Lichthof angegliederten Kursräume Typ C sind gegenseitig räumlich versetzt. Sie sind als Lerninseln oder Aufenthaltsnischen multifunktional nutzbar. Das Attikageschoss ist für die Mediothek und den Aktivitätenraum und zusätzliche Lerninseln reserviert und setzt in den Normalgeschossen zusätzlichen Raum für eine spätere Verdichtung frei. Die Dachterrassen bieten Raum für Aufenthalt, Rückzug und Entspannung.

Erschliessung

Bereits von Aussen sichtbar, führt unmittelbar westlich vom Eingang die vertikale Erschliessung in die obergeschossigen Schulnutzungen. Im hinteren nord-östlichen Bereich erschliesst die zweite Treppenanlage bevorzugt die Verwaltungsräume. Im Zentrum verbinden sich Erdgeschoss und Sockelgeschoss mittels offener grosszügiger Sitz- und Treppenanlage zu einer Einheit. Die zwei abgetrennten vertikalen Erschliessungszonen verbinden die Geschosse effizient, dienen gleichzeitig als Fluchtwege und lassen dadurch den einzelnen Geschossnutzungen eine hohe, ungestörte Nutzungsqualität. Zudem bringen sie durch die natürliche Belichtung zusätzliche Orientierbarkeit und Raumqualität ins innere des Baukörpers.

Haustechnik

Die Haustechnik ist im Untergeschoss platziert. Entlang der beiden Treppenhäuser findet die vertikale technische Erschliessung statt, die horizontale Verteilung erfolgt in/unter den Decken. Die Anordnung der Laborräume im Sockelgeschoss ermöglicht kürzeste Wege für den aufwendigsten Teil der technischen Erschliessung. Das Heizen mittels wartungsfreundlicher Heizkörper erfolgt problemlos im Bereich der Fensterbrüstungen, ebenso kann dort die elektrische Versorgung stattfinden. Das HLK Konzept mit Kühlung für optimales Innenraumklima über die Lüftungsanlage wird ergänzt mit Erdwärmesonden.

Statisches Konzept

Die Fundation wird mittels Pfählen umgesetzt und die erdberührten Geschosse als dichte Wanne ausgebildet. Das Tragwerk setzt sich aus Stützen und Flachdecken zusammen. Die Treppenhäuser dienen als Aussteifungskerne. Zur Gewichts- und Betoneinsparung werden die Decken als Bubble-Decks ausgebildet.

Nachhaltigkeit und Systemtrennung

Das Konzept aus fixem Tragwerk und variabler Innenraumeinteilung bei gleichmässiger Fassadengestaltung ermöglicht grösstmögliche Flexibilität und lässt vielfältige Nutzungen und Zukunftsvisionen zu. Die Strukturen und Materialien sind klar getrennt – vorgehängte Glasfassade und Betonbrüstungselemente können einzeln ausgetauscht oder rückgebaut werden. Die langlebige Doppelfassade kommt auch dem Lärmschutz zugute. Es werden gut verfügbare Rohstoffe verwendet. Die Betonelemente und teilweise auch das Betontragwerk können aus ökologischem Recyclingbeton ausgeführt werden. Die Ergänzung mit natürlichem Material Holz im Innenraum, trägt weiter zur Nachhaltigkeit bei.

  • Bauherr

    Kanton Luzern Dienststelle Immobilien, Luzern

  • Projektarchitekt

    Hansjürg Egli

    Mitarbeit 

    Talja Jurecko

  • Zusammenarbeit

    Scheuner Mäder Architekten, Luzern

  • Aufgabe

    Wettbewerb

  • Termine

    2015